Grötzinger-Bild

Radierung

Maulbronn

Radierung mit zusätzlicher Blindprägung, Brunnenstube Maulbronn, Büttenpapier 20 x 25 cm

 

Was ist eine Radierung?

Wortbedeutung radieren

Das seit dem 15. Jh. bezeugte Verb, geht zurück auf lat. rädere (räsum) „kratzen, schaben, auskratzen; reinigen'. Beachte auch die Zusatzbedeutung Radiermesser (15. Jh.) und Radiergummi (Ende 19. Jh.).

Als Fachwort der Kupferstecher erscheint radieren im Anfang des 18. Jh.s mit der Bedeutung „eine Zeichnung auf eine Kupferplatte einritzen'. Dazu seit dem Anfang des 20. Jh.s die Substantivbildung Radierung „Bildabzug von einer auf eine Kupferplatte eingeritzten und geätzten Zeichnung".

aus: DUDEN 10, Das Bedeutungswörterbuch S. 546/47.

Tiefdruck

Die Radierung ist im Gegensatz zu den bekannteren Hochdruck-Techniken Linol- und Holzschnitt eine Tiefdruck-Technik.

Beim Tiefdruck werden als Arbeitsmaterial Metallplatten verwendet (Kupfer-, Zink-, Eisen- oder Stahlplatten), die mit einem säurefesten Ätzgrund beschichtet werden.
Mit einer spitzen Stahlnadel (Radiernadel) ritzt der Künstler seitenverkehrt die Zeichnung in den Ätzgrund.

Anschließend wird die Platte so lange einer Säure-
lösung ausgesetzt, bis die freigelegten Partien von der Säure angegriffen und somit aufnahmefähig für die Druckfarbe sind.

„Kaltnadel“

Von einer 'Kaltnadel-Radierung' spricht man, wenn mit der Radiernadel die Zeichnung direkt in die Platte geritzt und die Platte somit ohne Ätzvorgang druckfertig gemacht wird.

 

 

Papier

Genauso wichtig wie das Zeichnen, Ätzen und Einfärben ist für eine gute Radierung das Papier.
Hier werden meist großvolumige Papiere
(Kupferdruck- oder Büttenpapiere) verwendet.

Zur Druckvorbereitung gehört das präzise Anfeuchten des Papiers, damit es sich nachher beim Druck in die Vertiefungen der Platte schmiegen kann.

Einfärben

Zum Drucken muss nun die Tiefdruckfarbe lückenlos in die geätzten Teile eingerieben werden.

Die Plattenoberfläche wird dann mit Gaze und Handballen wieder derart blank gerieben, dass die nicht geätzten Stellen ohne Farbe bleiben, aus den geätzten aber die Farbe nicht herausgewischt wird.

Drucken

Beim Drucken selbst werden nun die eingefärbte Platte und das angefeuchtete Papier unter gewaltigem Druck zwischen Stahlunterlage und Druckfilz durch zwei Stahlwalzen gepresst.

Merkmale

Sie erkennen eine echte Radierung an dem geprägten Bildrand (Plattenrand) und an dem reliefartigen Abdruck der Zeichnung auf der Papierrückseite.

Ferner ist wichtig zu wissen, dass jeder Abzug einer Radierung ein Original ist, da die Farbgebung nicht technisch standardisiert werden kann (wie das z. B. bei Druckmaschinen der Fall ist), sondern allein vom Willen (und Können) des Druckenden abhängig ist.

Die künstlerisch wertvolle Radierung wird nur in begrenzter Auflage hergestellt, wobei jeder Abzug nummeriert wird. Die Kennzeichnung 51/150 bedeutet, dass Sie den 51. Abzug aus einer möglichen Gesamtauflage von 150 Stück vor sich haben.
Ebenso wird jeder Druck vom Künstler handsigniert.

     
Impressum | Datenschutzerklärung